Wasser Geburt zu Hause

Am Mittwochmorgen 10 min nach 11 Uhr spürte ich etwas Seltsames im Bauch und dachte: “Hmm, das Baby macht aber komische Sachen…” Dann beim Frühstückstisch war es noch mal und ich verstand, dass das gar nicht das Baby war, also beobachtete ich das weiter und als es in 10 min dreimal war, wollte ich doch die Hebamme fragen, ob das Übungs-oder Senkwehen seien. Sie meinte, ich soll in einer Stunde noch mal anrufen und solange schauen, wie oft und wie lange ich das habe. Kanuka, mein Mann, hätte unterrichten sollen und fragte mich, ob er bleiben oder gehen soll.

Ich hab bis zu diesem Zeitpunkt das ganze überhaupt nicht ernst genommen, sagte aber trotzdem er solle bleiben. Sicher ist sicher… Er fing dann an alles vorzubereiten, weil das Baby ja zu Hause kommen sollte und zwar im Pool. Wir machten das Bett bereit, falls ich doch da gebären wollte und ich legte mich hinein, um die Wehen zu beobachten. Nach einer Stunde rief ich Renate wieder an und sagte ihr, dass ich alle drei bis fünf Minuten Wehen habe, die gar nicht weh tun und dass sie ca. eine Minute dauern. Sie sagte, dass sich das nach Geburt anhören und sie um drei Uhr da sein würde. Ich bin ganz entspannt ins Wohnzimmer gegangen und habe immer noch gedacht, dass wir Renate ja jederzeit wieder Heim schicken können…Dann war der Pool aufgebaut und ich sollte ihn ausprobieren. Mir war der Pool noch zu kalt und ich fühlte mich unwohl, ich wollte nur liegen und schlafen. Das habe ich dann auch gemacht. Neben dem Pool hatten wir eine Couch und da machte ich es mir gemütlich. Ich habe die ganze Zeit die HypnoBirthing-CD gehört (während der ganzen Geburt) und bis die Hebi da war in einer Art Dösschlaf verbracht. Ich habe mich gut gefühlt und wenn eine Wehe kam, dann habe ich langsam geatmet und fand es auch nicht unangenehm. Ich bin oft auf die Toilette gegangen wobei ich durch die Bewegung ein paar extra Wehen hatte.

Irgendwann nachdem Renate ihre Sachen parat hatte, fragte sie mich, wie weit ich glaube, dass der Muttermund offen sei und ich zeigte ihr, nachdem ich in mich reingespührt hatte, mit beiden Daumen und Zeigefingern einen Kreis und als sie untersuchte hat das sogar gestimmt, da war er bei 6cm. und es war ca 17 Uhr 30. Sie meinte, ich solle mich jetzt mal anders hinlegen, weil das Kind noch nicht richtig liegt und die Bewegung würde helfen. Also bin ich in den Pool gestiegen und habe mich sehr gut gefühlt, ich konnte mich entspannen. Nachdem ich eine Weile im Pool war, wurden die Wehen stärker und ich wurde von Kanuka am unteren Rücken massiert, was mir sehr half. Zwischendurch kam er immer wieder zu mir in den Pool. Irgendwann haben er und Renate etwas gegessen und ich war mit mir beschäftigt, ich wollte nichts essen und nichts trinken, aber trinken musste ich.

So ca. ab 20 Uhr wurden die Wehen kontinuierlich stärker und ich brauchte mehr Kraft, sie zu veratmen, was aber gut ging, trotzdem wollte ich auf die Rückenmassage nicht verzichten, so war immer einer bei mir und massierte kräftig den Rücken, immer stärker. Ab 21.30 Uhr waren die Wehen sehr intensiv und ich hatte das Gefühl, die Endphase würde jetzt bald erreicht. Ich war da schon komplett offen, nur das Kind hat noch etwas gebraucht. Ich fing ab 22.00 Uhr einfach an bei jeder Wehe mitzupressen, obwohl ich noch nicht den Drang dazu hatte, aber ich wollte dem Kind helfen, in Position zu kommen. Dann irgendwann kam auch das Gefühl, dass es jetzt immer stimmiger wurde zu pressen und Renate sagte genau wie und machte mir Mut. Ich hielt mich an den Griffen fest, die extra dafür am Pool sind. (Ich habe gepresst, weil ich es mit dem Runteratmen nicht geschafft habe, aber das ist bei mir so gewesen, eine Freundin hat es sehr wohl so geschafft, sie hat auch das Programm benutzt.) Irgendwann nahm ich eine kniende Position ein und dann kam das Köpfchen nach ein paar Wehen. Kanuka hielt seine Hand an den Kopf, damit er ganz langsam kommen kann und dann kam nach zwei weiteren Wehen der Rest vom Kindchen.

“Das Kind ist geboren!”, sagte Renate und ich bin ganz schnell in Kanukas Arme und habe mich so hingesetzt, dass das Kind, das zuerst hinter mir war nun vor mir war und ich habe ganz vorsichtig den Kopf in beide Hände genommen und ihn langsam auf meinen Bauch gezogen. Wir waren sooo froh und glücklich! Dann sassen wir ganz lange so da und haben dem neuen Kindchen hallo gesagt und es und uns nur gehalten und irgendwann nach 30 min(kam mir vor wie 10) kam die Plazenta. Ich hatte irgendwie die Vorstellung es sei noch mal so anstrengend wie das Kind, aber das ist natürlich gar nix dagegen, im Gegenteil, ich hatte das Gefühl die Plazenta ist so schön weich, die “streichelt” mir alles, was wund ist wieder heil. Dann musste ich aber raus, wegen der Gefahr von zuviel Blutverlust und kurz bevor ich raus bin haben wir erst geschaut, was es ist -ein Junge! Er sah wunderschön aus, nicht zerknautscht und runzelig, sondern rosig mit rundem Kopf. Ich war ein kleines bisschen gerissen, aber nur oberflächlich und musste somit nicht genäht werden.

Ja und als das Kind trocken und schön eingepackt war, haben wir erst über einen Namen nachgedacht, weil ich überzeugt war, es würde ein Mädchen… “Lukas”! war es letztlich.

Alles ist wie am Schnürchen gelaufen und ich habe auch keine Angst noch mal ein Kind zu bekommen. Aber ich habe mich auch sehr gut vorbereitet. Ich hatte das Glück, von HypnoBirthing gehört zu haben und ich dachte, schaden könne es ja nicht. Also habe ich ab der 20. Woche eine Entspannungs-CD gehört. Damit habe ich geübt mich während der Geburt zu entspannen und zu vertrauen, dass alles gut geht. Für mich war es kein Zeitaufwand, im Gegenteil, ich bin innerhalb von Minuten abends eingeschlafen. Ich hatte nicht die höllischen Schmerzen, von denen mir oft berichtet wurde, brauchte kein Schmerzmittel, war mir trotz Hypnosezustand immer bewusst, was passiert. Mir ging es stets gut, ich konnte in jeder Wehenpause lächeln und reden!!!

Ich kann es nur weiterempfehlen!

Grit

2015-08-27T13:45:56+00:00 17. Juni 2009|Geburtserlebnisse|